Schilddrüse
TSH allein reicht nicht — du brauchst das vollständige Bild.
| Laborwert | Einheit | Funktioneller Bereich | Warum relevant |
|---|---|---|---|
TSH |
µIU/ml | 0,5 – 1 | Konventionell gilt bis 4,5 als normal. Funktionell sollte er deutlich niedriger sein — alles über 2 kann bereits Symptome machen. |
fT4 freies Thyroxin |
ng/dl | > 1,4 | Das Speicherhormon. Wird zu fT3 umgewandelt — aber nur wenn Leber, Darm und Nährstoffe mitspielen. |
fT3 freies Trijodthyronin |
pg/ml | > 3,3 | Das aktive Hormon. Niedriges fT3 erklärt Müdigkeit, Frieren, Gewichtszunahme — auch wenn TSH „normal" ist. |
Reverses T3 rT3 |
% | fT3 mind. 1% von rT3 | Der Bremsklotz. Hoher rT3 blockiert fT3-Wirkung — entsteht oft bei chronischem Stress oder Eisenmangel. |
Grundstoffe Schilddrüse
Ohne diese Nährstoffe kann die Schilddrüse nicht richtig arbeiten — egal wie gut die Hormonwerte aussehen.
| Laborwert | Einheit | Funktioneller Bereich | Warum relevant |
|---|---|---|---|
Gesamteiweiß |
g/dl | > 7 | Indirekter Marker für Proteinversorgung und Darmgesundheit. Zu niedrig bei schlechter Nährstoffabsorption. |
Selen im Vollblut |
µg/l | 140 – 200 | Unverzichtbar für die Umwandlung von fT4 zu fT3. Selenmangel ist einer der häufigsten Treiber von Schilddrüsenproblemen. |
Ferritin bei CRP < 0,5 |
ng/ml | 70 – 200 | Konventionell gilt >12 als normal. Unter 50 erklärt Erschöpfung, Haarausfall, Kälteempfindlichkeit — auch ohne Anämie. |
Jod im Urin |
µg/g Kreatinin | > 100 | <25: schwerer Mangel · 25–50: moderat · 50–100: leicht · >100: ausreichend. Jod ist der Baustein der Schilddrüsenhormone. |
Cortisol & Nebennieren
Chronischer Stress erschöpft die Nebennieren — das zeigt sich in Laborwerten, wenn man die richtigen misst.
| Laborwert | Einheit | Funktioneller Bereich | Warum relevant |
|---|---|---|---|
Cortisol Morgenblut, nüchtern (8 Uhr) |
µg/dl | 16 – 18 | Sollte morgens am höchsten sein. Dauerhaft niedrig oder sehr hoch = Stressachse aus dem Gleichgewicht. |
DHEA-S Frauen |
µg/dl | > 200 | Das Gegengewicht zu Cortisol. Sinkt häufig bei zunehmender Erschöpfung — je länger der Körper unter Dauerdruck steht, desto mehr kann dieser Wert nachlassen. |
Entzündung & Leberstoffwechsel
Stille Entzündung ist einer der häufigsten Treiber von Erschöpfung — und wird oft nicht mitgemessen.
| Laborwert | Einheit | Funktioneller Bereich | Warum relevant |
|---|---|---|---|
CRP hochsensitiv |
mg/l | < 0,5 | Konventionell gilt <5 als okay. Funktionell sollte er deutlich unter 1 liegen — schon ab 1 ist eine stille Entzündung möglich. |
Homocystein |
µmol/l | < 8 | Entzündungsmarker und B-Vitamin-Indikator. Erhöht bei Methylierungsproblemen, B12- oder Folsäuremangel. |
Omega-3-Index |
% aller Fettsäuren | 8 – 11 | Entzündungsregulation, Gehirnfunktion, Herzgesundheit. Wird fast nie gemessen, obwohl die meisten zu niedrig sind. |
Vitamin D
Kein Vitamin — ein Hormon. Beeinflusst Immunsystem, Stimmung, Schilddrüse und Zyklus.
| Laborwert | Einheit | Funktioneller Bereich | Warum relevant |
|---|---|---|---|
25-OH-Vitamin D3 |
ng/ml | 40 – 60 | Konventionell gilt >20 als ausreichend. Für echte Funktion — besonders Immunsystem und Hormone — braucht es 40–60. |
Mikronährstoffe & Co-Faktoren
Nährstoffe die fast niemand routinemäßig misst — aber ohne die nichts richtig funktioniert.
| Laborwert | Einheit | Funktioneller Bereich | Warum relevant |
|---|---|---|---|
Vitamin B12 im Serum |
pg/ml | 1.000 – 1.500 | Konventionell gilt >200 als normal — viel zu niedrig. Unter 500 können bereits neurologische Symptome auftreten. |
Vitamin B6 im Vollblut |
µg/l | 60 – 90 | Wichtig für Hormonsynthese, Neurotransmitter und Histaminabbau. Achtung: Es wird nur inaktives B6 gemessen. |
Folsäure im Vollblut |
ng/ml | 500 – 1.000 | Methylierung, Zellreparatur, Homocystein-Abbau. Besonders wichtig bei Kinderwunsch und bei MTHFR-Mutation. |
Magnesium im Serum |
mmol/l | 0,85 – 0,95 | An über 300 Enzymreaktionen beteiligt. Niedrig bei Stress, Schlafproblemen, Muskelkrämpfen und Migräne. |
Kalium im Serum |
mmol/l | 4,3 – 4,8 | Herz, Muskeln, Nerven. Konventionell gilt 3,5–5,0 als normal — funktionell sollte er im oberen Bereich liegen. |
Freies Kupfer im Serum, Anteil |
% | 10 – 20% | Zu viel freies Kupfer (häufig bei Östrogendominanz oder Pille) kann Angst, Erschöpfung und Schlafprobleme verursachen. |
Das ist die Basis.
Werte kennen ist der erste Schritt.
Was du damit machst, ist der entscheidende.
Wenn du jetzt merkst, dass du bei einigen Werten nicht in den gewünschten Bereich kommst — dann ist der nächste Impuls oft: einfach supplementieren. Eisen kaufen, Magnesium kaufen, B12 kaufen.
Aber bei Frauen mit Erschöpfung ist das oft nicht der richtige erste Schritt. Ein überforderter Körper kann Nährstoffe häufig gar nicht richtig aufnehmen und verwerten — egal wie hochwertig das Supplement ist. Einfach auffüllen kann den Körper sogar zusätzlich belasten.
Genau deshalb habe ich eine Strategie entwickelt, die ich in Recharge anwende: Wir fangen nicht mit Supplementen an. Wir fangen damit an, den Körper überhaupt wieder in einen Zustand zu bringen, in dem er aufnehmen, regulieren und heilen kann. Erst dann machen die richtigen Nährstoffe in der richtigen Reihenfolge Sinn.
Bereit für den nächsten Schritt?
Nicht einfach supplementieren.
Sondern mit System.
Recharge ist mein Begleitprogramm für Frauen mit Erschöpfung — aufgebaut auf der Strategie, die ich dir gerade erklärt habe. Nervensystem zuerst. Dann der Rest. In der richtigen Reihenfolge, angepasst an deine Situation.
Wenn du das Gefühl hast: Ich drehe mich im Kreis, ich will endlich mit jemandem arbeiten der weiß was er tut — dann ist der Health Check dein nächster Schritt.
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